Indirekte Klimafolgen für Maritime Wirtschaft und Logistik

Klimafolgen kennen

Wie beeinflussen globale Klimaveränderungen Unternehmen in Bremen und Bremerhaven, die weltweit tätig sind und welche Chancen und Risiken entstehen hieraus? Diesen Fragen wird für die maritime Wirtschaft und Logistik sowie die Ernährungswirtschaft auf den Grund gegangen. In einem Planspiel und einem Marktplatz werden außerdem mit Vertreterinnen und Vertretern der Branchen mögliche Anpassungsmaßnahmen diskutiert.

Workshops

Vertreterinnen und Vertreter von Firmen der angesprochenen Branchen sind herzlich eingeladen, sich an den Workshops der Reihe „Bremer Unternehmen im Klimawandel“ zu beteiligen:

Der Termin am 17.03.2020 wird aufgrund der aktuellen Entwicklung in Zusammenhang mit dem Coronavirus verschoben. Wir informieren Sie, sobald ein Nachholtermin feststeht.

3. Workshop „Gemeinsam zur Klimaanpassung – Kooperative Maßnahmen für die Logistik und Ernährungswirtschaft“

In der Workshopreihe setzten sich etwa 30 Teilnehmende aus Unternehmen und Verwaltung mit der Betroffenheit durch den Klimawandel auseinander (Workshop 1) und entwickelten im Rahmen eines Planspiels Anpassungsmaßnahmen (Workshop 2). Dabei zeigte sich, dass die Umsetzung von Klimaanpassung in Bremer Unternehmen erfolgreicher wird, wenn verschiedene Akteure zusammenarbeiten. Als Beispiele für kooperative Maßnahmen wurden das Teilen von Lagerflächen, das wechselseitige Ausleihen von Kühlcontainern oder der Abschluss von Verträgen diskutiert, die bei Ausfall eines Verkehrsträgers bevorzugten Zugriff auf alternative Verkehrsträger sicherstellen. Im dritten Workshop wird der Fokus auf diese und weitere kooperative Maßnahmen gelegt. Diese werden im Rahmen eines Marktplatzes vorgestellt und gemeinsam weiterentwickelt. Zur Anreicherung der Diskussion gibt es Impulsvorträge zu einem Vernetzungsprojekt für Logistikunternehmen in der Region Osnabrück sowie von einem regionalen Nahrungsmittelunternehmen. Zusätzlich wird im Rahmen eines „Speed-Datings“ vorgestellt, welche Möglichkeiten zur Vernetzung bei Umwelt- und Nachhaltigkeitsthemen für Unternehmen in Bremen und Bremerhaven bereits bestehen.

Der Workshop richtet sich an Vertreter/innen aus Logistik- und Ernährungsunternehmen aus der Region Bremen sowie aus der Bremer Verwaltung und ist offen für neue Teilnehmende.

2. “Workshop Wie können sich die Maritime Wirtschaft & Logistik sowie die Ernährungswirtschaft auf Extremwetterereignisse und Klimawandelfolgen vorbereiten?“ (20.11.2019)
1. Workshop “Was bedeuten Klimawandel und Extremwetterereignisse für die Maritime Wirtschaft & Logistik sowie für die Nahrungsmittelindustrie?“ (03.09.2019)

Fact Sheets

Hintergrundinformationen

Ausgangssituation

Ein Fünftel der Beschäftigung und ein Viertel des Umsatzes und der Wertschöpfung im Lande Bremen sind hafenabhängig. Bremen könnte als internationaler Logistikstandort durch Klimafolgen in anderen Weltregionen zukünftig verstärkt betroffen sein. Durch Klimaveränderungen wie zunehmende Extremwetterereignisse können Lieferketten unterbrochen werden oder Lieferengpässe entstehen. Zudem können sich durch langfristige Temperaturänderungen die Anbaugebiete bestimmter Rohstoffe wie zum Beispiel Kaffee verändern. Dies hat Auswirkungen auf Transportketten, die über die Bremischen Häfen und die Hinterlandverkehre abgewickelt werden. Hier ist ein frühzeitiger Blick auf klimawandelbedingte Veränderungen notwendig, um sich auf Risiken vorzubereiten und mögliche Chancen zu nutzen.

Ziele

Im Reallabor „Maritime Wirtschaft und Logistik“ werden gemeinsam mit Vertreter/innen aus Unternehmen und Verwaltung Risiken und Chancen für das Cluster ermittelt, die sich aus regionalen und aus internationalen Klimaveränderungen ergeben. Diese Analyse bildet die Basis für die gemeinsame Entwicklung von Maßnahmen, die Unternehmen und Verwaltung dabei unterstützen, mit den Auswirkungen des Klimawandels umzugehen.

Vorgehensweise

Im Reallabor wird zunächst die Betroffenheit des Clusters durch lokale und internationale Klimafolgen ermittelt. Hierfür führt das Projektteam Literaturrecherchen durch, befragt Bremer Unternehmen und erstellt eine Risikoanalyse, wobei die einzelnen Risiken zunächst identifiziert und deren mögliche Auswirkungen erfasst werden.  Zur Vertiefung werden exemplarische Wertschöpfungsketten und Import-/Exportländer gemeinsam mit Vertreter/innen aus der Praxis in Planspielen betrachtet. Diese Planspiele sollen ein besseres Verständnis der Auswirkungen einzelner Risiken ermöglichen und mögliche Chancen identifizieren. Diese vertiefte Risikoanalyse liefert die Basis, um Maßnahmen zur Risikovorsorge zu entwickeln, die im weiteren Projektverlauf bewertet und verfeinert werden. Hierzu setzt das Projektteam Literaturrecherchen, Expertengespräche und Workshops ein.

Geplante Beteiligungsformate

Über die Laufzeit finden vier Veranstaltungen mit Vertreterinnen und Vertretern aus Unternehmen und Verwaltung statt. Im Herbst 2019 diskutieren die Teilnehmenden in einem Workshop Ergebnisse der Risikoanalyse und reichern sie mit Erfahrungen aus der Unternehmenspraxis an. In zwei weiteren Workshops im Winter 2019 und Frühjahr 2020 vertiefen die Teilnehmenden die Ergebnisse der Risikoanalyse. Zudem wird ein Planspiel entwickelt, um mögliche Strategien zum Umgang mit identifizierten Risiken und Chancen zu erarbeiten. Jenseits der Workshops führt das Projektteam Interviews und Expertengespräche durch, um Risiken, Chancen und mögliche Anpassungsmaßnahmen zu identifizieren. In einer Abschlussveranstaltung im Herbst 2020 werden die erarbeiteten Ergebnisse einem breiteren Publikum vorgestellt. Hierbei werden mögliche Anpassungsmaßnahmen vorgestellt, die von Bremer Unternehmen oder der Bremer Verwaltung umgesetzt werden können.