Hochwasserrisikovorsorge für die Pauliner Marsch

Hochwasserrisiko verstehen

Außendeichs und doch mittendrin – das ist das Erholungs-, Sport- und Freizeitgebiet Pauliner Marsch im Herzen Bremens. Geprägt ist das Gebiet von der Nähe zur Weser und einer Nutzung durch Vereine und Kleingärten. Starke Regenfälle sowie Sturmfluten auf der Nordsee oder Schneeschmelze flussaufwärts können hier zu großflächigen Überflutungen führen. Mit den Anliegern und Interessensgruppen vor Ort wird die Situation bewertet und es werden Maßnahmen zur Risikovorsorge entwickelt.

Workshops

Sie sind herzlich eingeladen, sich an den Workshops zur Hochwasserrisikovorsorge in der Pauliner Marsch zu beteiligen:

  • 14.5.2020 (verschoben): Workshop „Umsetzungsmöglichkeiten konkretisieren“

Alle Termine finden von 17.00 bis 20.00 Uhr im Bürgerhaus Weserterrassen statt.

Flyer zur Workshopreihe

Vor-Ort-Begehung "Hochwasserangepasste Sportstätten" (1.10.2020)
2. Workshop "Anpassungsmaßnahmen weiterentwickeln" (13.2.2020)

Fact Sheets

Hintergrundinformationen

Ausgangssituation

Ca. 86% der Bremer Landesfläche und damit ca. 515.000 Menschen sind potentiell durch Hochwasser gefährdet. Sturmfluten von der Nordsee können sehr hohe Wasserstände verursachen. Bei gleichzeitigem Auftreten von Sturmfluten und Hochwasser im Binnenland kann eine große Gefahr entstehen. Das Hochwasserrisikomanagement ist daher eine der wichtigsten Aufgaben Bremens.

Die Gefahr gilt insbesondere für die Gebiete, die sich in unmittelbarer Nähe zur Weser befinden, z. B. auch das Modellgebiet, und nicht über einen ausreichenden, technischen Hochwasserschutz verfügen.

Die Pauliner Marsch und das Suhrfeld sind wichtige Naherholungsgebiete mit unterschiedlichen Nutzungen, z. B. durch Kleingarten- und Sportvereine. Das Gebiet wird nur eingeschränkt durch eine Verwallung vor Hochwasser geschützt und kann bei einer extremen Sturmflut bis zu 4m überschwemmt werden.

Diese Flächen sind daher per Verordnung als hochwassergefährdetes Gebiet festgesetzt.

Ziele

Ziel des Reallabors Pauliner Marsch ist es, gemeinsam mit allen betroffenen Personen, Vereinen und Organisationen Ideen und Maßnahmen zu entwickeln, die die Anforderungen der Betroffenen an den Hochwasserschutz berücksichtigen und das Risiko durch Hochwasser bewusst machen.

Die Risikovorsorge für Menschen im Fall eines Hochwassers soll dabei im Mittelpunkt stehen, aber auch die Möglichkeiten zur Vermeidung von Schäden an Sachwerten und von Gefahren, z. B. der Umwelt, die durch Sachgüter ausgehen, werden mit berücksichtigt.

Insgesamt soll eine Verringerung des direkten und indirekten Gefährdungs- und Schadenspotential erreicht werden.

Methodik/Vorgehensweise

In einem ersten Schritt wird eine IST-Analyse durchgeführt. Dafür wird das Modellgebiet umfangreich beschrieben und alle verfügbaren Daten, wie z. B. die Anzahl und Art von Gebäuden oder auch die vorhandene Infrastruktur (z. B. Stromleitungen), zusammengetragen. Zusätzlich wird die rechtliche Situation dargestellt, da das Gebiet per Verordnung als hochwassergefährdetes Gebiet festgesetzt ist.

In einer Stakeholderanalyse werden alle ggf. betroffenen Personen, Vereine, Behörden und Organisationen ermittelt und Anforderungen, die an Hochwasservorsorge gestellt werden, erfasst. Anhand verschiedener Überflutungsszenarien wird eine Gefährdungsanalyse erstellt und zusammen mit den Ergebnissen aus der IST-Analyse dargestellt.

 

Geplante Beteiligungsformate

Es sollen mit allen betroffenen Personen, Vereinen, Behörden und Organisationen drei Workshops durchgeführt werden. Bei diesen Treffen sollen Ideen und Maßnahmen entwickelt werden, die das Ziel haben, die Auswirkungen eines Hochwassers zu verringern.

Als Grundlage dafür werden die Ergebnisse aus der IST-Analyse sowie aus der Gefährdungsanalyse bei den Workshops vorgestellt und besprochen.

Alle entwickelten Ideen und Maßnahmen sollen bewertet und daraus für die Umsetzung geeignete Maßnahmen ausgewählt werden.